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Filmvorführung: "650 Wörter/650 Kelime"

Die Dokumentarfilmemacherin und Autorin Martina Priessner geht in ihrem Film "650 Wörter" den Lebensgeschichten von acht Menschen aus verschiedenen Regionen der Türkei nach, die darauf warten, mit ihrem/ihrer Partner/in in Deutschland zusammenleben zu können.

Hallac – Die österreichische (Grüne) Politikerin Alev Korun lädt alle Wiener sehr herzlich zu Filmvorführung "650 Wörter" und anschließender Diskussion mit der Filmemacherin Martina Priessner am 16. Jänner 2017 um 18 Uhr im Parlament ein. Mag- Korun ist seit 28. Oktober 2008 Abgeordnete zum Österreichischen Nationalrat. In den letzten zehn Jahren beobachten wir alle den europaweiten Trend, dass für die Familienzusammenführung bereits vor der Einreise in ein europäisches Land Sprachkenntnisse des jeweiligen Landes nachgewiesen werden müssen. Und zwar unabhängig davon, ob die Betroffenen alphabetisiert sind oder nicht und welche Schulbildung sie bisher genießen konnten.

Die Dokumentarfilmemacherin und Autorin Martina Priessner geht in ihrem Film "650 Wörter" den Lebensgeschichten von acht Menschen aus verschiedenen Regionen der Türkei nach, die darauf warten, mit ihrem/ihrer Partner/in in Deutschland zusammenleben zu können. Vorher müssen sie jedoch das Goethe-Zertifikat Start Deutsch 1 in ihrem Herkunftsland erwerben, das Voraussetzung ist, um ein Familienvisum zu beantragen. Für diesen Sprachtest ist ein aktives Vokabular von 300 deutschsprachigen Wörtern und ein passives Vokabular von 650 Wörtern erforderlich. Bei Nichtbestehen der Prüfung gibt es KEIN Visum für eine Familienzusammenführung. Ganz gleich ob jemand nur für eine kurze Weile oder für immer nach Deutschland will, Familie in Deutschland hat, Schwierigkeiten mit Lesen und Schreiben in der Muttersprache hat, oder ob der/die frisch vermählte im anderen Land einfach nur wartet: Ohne Deutsch-Zertifikat kann kein Visumsantrag gestellt werden. Und selbst wenn der Test erfolgreich bestanden wurde, kann das Visum immer noch verweigert werden.

Für Ayşe, Ibrahim, Nur, Soner, Hayriye, Halil, Zelal und Naime ist der Sprachkurs eine Reise, auf die sie sich begeben, um zu ihren Liebsten nach Deutschland zu gelangen. Manche von ihnen sind von weit her nach Istanbul gezogen, um überhaupt Zugang zu einem Sprachkurs zu haben. Einige mussten ihre Arbeit aufgeben, andere erst Lesen und Schreiben lernen. Im Film sprechen sie über ihr Leben und wie sie ihre PartnerInnen kennengelernt haben, erträumt sich eine Zukunft an der Seite ihrer Familien. Über Anekdoten, Utopien und Geschichten von Verlust und Neubeginn werden so Schicksale deutlich, die auch von der komplizierten Beziehung zwischen Auswanderungs- und Einwanderungsländern erzählen.

Eine Dokumentarfilmemacherin: Martina Priessner

Martina Priessner ist Dokumentarfilmemacherin und Autorin, die in Berlin und Istanbul lebt, und seit vielen Jahren zur Deutsch-Türkischen Migration arbeitet. 2010 realisierte sie den Dokumentarfilm Wir sitzen im Süden, der für den Grimme-Preis nominiert wurde. Zuletzt hat sie als IPC-Mercator Fellow von September 2014 bis August 2015 am Istanbul Policy Center zu Sprache und Migration gearbeitet und den Film 650 Wörter realisiert. Das Mercator-IPC Stipendienprogramm ist Teil der Istanbul Policy Center-Sabanci Universität-Stiftung Mercator Initiative.

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16. Jänner 2017, um 18 Uhr
Im Parlament (Abgeordnetensprechzimmer)
Anmeldung: dilara.aksoy@gruene.at.



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