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“Der Kaiser ist ja nackt“


JOSEF BAUM

NÖ / Purkersdorf
- Ich kann mich an keinen Wahlkampf mit derartigen Vernebelungen erinnern, wenn unter nichtssagenden Floskeln grundlegende Weichenstellungen vorbereitet sind, die nur denen nutzen, die schon bisher auf der Butterseite waren. Da werden unter „Fairness“ die unfairsten Sachen serviert, und immer wieder der KURZ-Schluss gepredigt, dass fast alle Probleme gelöst werden, und es allen besser geht, wenn es den Flüchtlingen schlechter geht. Mit vereinten Kräften haben wir noch voriges Jahr bei den Bundespräsidentenwahlen den Ansturm der Inkompetenz und der Hetze gegen Menschen abgewehrt. Heute haben sich rechte Positionen selbst in der Sozialdemokratie verfestigt. Kommt es unter dem Nebel rechter Stimmungsmache (Migranten!) soweit, dass einfache Menschen Parteien wählen, die Maßnahmen ankündigen, die eindeutig, hauptsächlich den Großverdienern nutzen?

Unter Schwarz-Blau ist mit dem HYPO-Desaster ein Schaden entstanden, der locker das Zehnfache der Leistungen für Flüchtlinge ausmacht. Dazu gab es bekanntlich große und mittlere Korruptionsfälle àla BUWOG-Privatisierung, die die Gerichte noch Jahre beschäftigen wird. Und nicht zuletzt wurden mit den Eurofightern unter nicht geklärten Umständen Milliarden in den Sand gesetzt. Muss das alles jetzt wegen großen Erfolges nochmals kommen?

Diese Wahlen wurden von Kräften vom Zaun gebrochen, die in einer Regierung nach allen Regeln der Kunst blockiert haben und dann sich scheinheilig hinstellen, und beklagen, dass nichts weitergegangen ist. Da werden im Interesse der Spender der Industrie vom Herrn Kurz phantastische Steuersenkungsvorschläge von 13-15 Milliarden Euro, vor allem für Reichere in den Raum gestellt, die sich auf magische Weise durch einen weiteren Wirtschaftsaufschwung selbst finanzieren sollen. Und wie im Märchen von dem Kaiser neuen Kleidern werden dessen neue elegante Kleider beklatscht, während sich nur ein junges Mädchen des Kaisers nackte Tatsachen anzusprechen traut.

Ich gebe meine (Vorzugs) Stimme der Purkersdorfer (früheren) Jung-Grünen Maria Kaltenbrunner, die für KPÖ-PLUS kandidiert. Erstens weil ich hier die meisten Übereinstimmungen finde, zweitens weil ich den Mut von Jung-Grünen honorieren möchte, nicht kleinbeizugeben und neue Wege zugehen, und drittens weil sie aktiv um Vorzugsstimmen wirbt.

Ich finde es aber auch wichtig, dass die Grünen unter diesen Umständen ein halbwegs gutes Ergebnis aufweisen. Denn bei aller berechtigten Kritik ist es einfach unzweifelhaft so, dass Grüne in wichtigen Grundsatzfragen Haltung beweisen, und sich nicht nach dem rechten Wind richten. Und nur sie stellen die Frage ernsthaft in den Vordergrund, die in Wirklichkeit schon heute die Nr. 1 sein sollte, weil sie zunehmend die Frage aller Fragen für die Existenz der Menschheit sein wird: wie man den Klimawandel abmildern und ihm begegnen kann. Es ist zu hoffen, dass – so wie derzeit in den USA – nun die Unvernunft Leute mobilisiert und daraus eine echte Alternative wird.

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Quelle: Purkersdorfer Information
www.purkersdorf-online.at
josefbaum@lindner-edv.at 


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